Die Unmarkierte Luna Chapter 01
Ja… genau da. Fester.”
Das Schild Frisch verheiratet” hing noch immer an der
Wand des Rudelhauses. Noch hatte es niemand abgenommen.
Alpha Hunter, mein Gefährte, zog den Reißverschluss meines
Brautkleids hinunter, während seine Lippen meinen Hals
entlangwanderten. Dann sagte er plötzlich:
„Es gibt etwas, das ich dir sagen muss.”
Ich stöhnte leise.
„Was denn?”
„Ich kann dich nicht markieren.”
Die Wahrheit ist… ich habe bereits jemand anderen markiert.”
Was?” Mein ganzer Körper versteifte sich. Meine Fingernägel
bohrten sich in meine Handflächen. „Wen?”
Meine Alpha–Eltern haben das arrangiert. Ich habe es dir nie erzählt.”
Er setzte sich auf und sah mich mit diesem aufrichtigen.
sanften Blick an.
„Jenna, du bedeutest mir alles. Du bist meine Luna.”
Sie ist nur eine Formalität. Nach all der Zeit kann ich sie
jetzt nicht einfach vor die Tür setzen.”
Die Bettlaken trugen noch die Spuren dessen, was gerade
zwischen uns passiert war.
Ich starrte auf das schief hängende Schild „Frisch verheiratet”
an der Wand und hatte plötzlich das Gefühl, in einen
Abgrund zu blicken, der mich langsam verschlang.
„Warum weinst du?”
Verwirrt zog er die Stirn in Falten.
„Wir hatten die Luna–Krönung. Wir haben die Bindungsringe ausgetauscht. Das ganze Rudel betrachtet dich bereits als meine Luna. Bedeutet dir dieses Mal wirklich so viel? Dieses Stück Papier? Diese ganze Bindungsgeschichte?”
Noch immer nur in meinem dünnen Spitzenunterkleid trat ich einen Schritt zurück, bis mein Rücken gegen die kalte Wand stieß.
Es ist vorbei.”
Einen Moment lang erstarrte er, dann lachte er.
„Sag nichts, was du nicht ernst meinst.”
„Dann brich jeden Kontakt zu ihr ab. Vollständig.”
Hunter schwieg.
Erst nach einer langen Pause sagte er:
„Sie hat sieben Jahre lang meine Eltern versorgt. Sag, was du
willst, aber das bedeutet etwas.”
„Ich kann ihr nicht einfach den Rücken kehren.”
Sieben Jahre.
Ich rechnete nach.
Sofort stieg Übelkeit in mir auf.
Das war das Jahr gewesen, in dem wir Gefährten geworden.
waren. Er stand kurz davor, Alpha des Rudels zu werden, und
ich war mit ihm in das neue Rudelhaus gezogen.
Damals bekam er einen Anruf und ging auf den Balkon. Als er
zurückkam, sagte er, es gehe um Rudelangelegenheiten.
Ich glaubte ihm.
Wie sich herausstellte, war das sein Hochzeitsanruf gewesen.
Sieh mich nicht so an.”
Er kam näher und versuchte, einen Arm um meine Schultern zu legen.
„Zwischen ihr und mir läuft nichts. Es existiert nur
Namen nach.”
dem
Wir sind seit zehn Jahren zusammen. Uns verbindet das
Schicksalsband der Gefährten. Was hat sie schon, das damit
konkurrieren könnte?”
Ich schob seine Hand weg.
Die Übelkeit wurde immer stärker.
Er blieb stehen und senkte die Stimme.
„Jenna, komm schon. Denk doch mal nach. Willst du wirklich
zehn Jahre wegen eines Mals wegwerfen? Was ist mit deinen
Eltern? Was willst du deinem Rudel erzählen? Deinem früheren Alpha?”
Wir hatten so viele Pläne. Willst du das alles einfach hinter
dir lassen? Verstehst du denn nicht? Das ist der Preis, den ich
zahlen musste, um Alpha zu werden. Du verstehst das doch, oder?”
„Also hast du eine andere Wölfin markiert, damit du Alpha
werden konntest? Das ist deine Rechtfertigung?”
Er machte einen Schritt auf mich zu.
Die Tränen liefen mir über das Gesicht.
„Nicht.”
Meine Stimme brach.
„Komm mir nicht näher!”
Die Tür schloss sich leise.
Wie ein Seufzer.
Ich sank vor der Toilette auf die Knie und würgte trocken, bis
die Tränen meine Sicht vollständig verschwimmen ließen.
Drei Uhr morgens.
Ich zog meinen Koffer hervor, riss Kleidung aus dem Schrank
und stopfte alles hastig hinein.
Mein Handy leuchtete auf.
Seine Mutter hatte etwas gepostet:
[Seht euch dieses Meeresfrüchte–Festmahl an, das mein
Schatz für mich gekocht hat. So lecker!]
Auf dem Foto war ein Tisch voller Speisen zu sehen. Messer
und Gabeln lagen ordentlich bereit, Kerzen brannten.
Oben rechts war ein Ärmel zu erkennen.
Ich kannte diese Uhr.
Es war das erste Geschenk gewesen, das ich ihm jemals gemacht hatte.
Drei Monate lang hatte ich dafür von meinem Gehalt gespart.
Heute hatte er mir noch erzählt, dass er mit einem Alpha aus
einem anderen Rudel zu Abend essen würde.
Ich gab dem Beitrag ein „Gefällt mir“.
Dann nahm ich es wieder zurück.
Seine Mutter wusste vermutlich nicht, dass dieses Gefällt
mir” von der Außenseiterin gekommen war, die ihr Sohn
sieben Jahre lang verborgen hatte.
Von der Luna ohne Mal.
